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Absolut offensiv…

... spielt aktuell die deutsche Fußballnationalmannschaft und es ist schön ihr zuzusehen. Eine offensive Spielweise ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn die Abwehr steht. Nur so kann auch einmal ein 1:0 zum Sieg reichen.

Absolut defensiv hingegen sind nach dieser Finanzmarktkrise erneut oder schon wieder die institutionellen Investoren aufgestellt und es wirkt, als ob die ganze Mannschaft nur aus Abwehrspielern besteht. Eine defensive Mannschaft schießt aber keine Tore, und das kann nie zum Sieg führen, allenfalls zu einem permanenten Patt. Übertragen auf die Situation von institutionellen Investoren, stehen diese heute nicht besser da als vor vier Jahren. Die Ansprüche und Erwartungen der Personen, für die die Investoren das Geld anlegen, können mit den alten Konzepten nicht mehr erfüllt werden. Das Kapitalmarktumfeld hat sich nachhaltig verändert und Politik und Aufsicht drücken die Investoren mehr denn je in die Abwehr. AIFM, Short Selling und CDS-Verbote, Solveny II und VAG-Anforderungen verhindern jede Art der Offensive von institutionellen Investoren.

Um aus dieser Situation herauszukommen, bedarf es ganz dringend eines neuen Teams von Trainern und eines neuen Präsidiums, das vorausschauend agiert und entsprechend neue Wege bei der Mannschaftsaufstellung geht. Es ist unbedingt erforderlich, dass die Investoren asymmetrische Portfoliokonzepte und die damit in Verbindung stehenden Investmentstrategien verfolgen und von einem Relative- zu einem Absolute-Return-Gedanken übergehen. Risikoprämien vorhandener Asset-Klassen können nicht nur passiv, sondern auch über den Einsatz aktiver Strategien genutzt werden, angepasst an die jeweilige Risikotragfähigkeit des Investors. Für das Präsidium, also Politik und Aufsicht, bedeutet dies, dass die Methoden, die man aktuell eher als Spielzeug von Spekulanten sieht, die Werkzeuge darstellen, mit denen diese neue Asset Allocation aufgebaut werden kann und muss.

Niemand würde vorschlagen, Messer zu verbieten, nur weil man damit jemanden erstechen kann. Die Passivität der Investoren muss durchbrochen werden, will man das Absterben der delegierten Altersvorsorge verhindern bzw. die Gefahr der zunehmenden Altersarmut einer ohnehin immer älter werdenden Gesellschaft. Das Team muss eine neue Offensive wagen dürfen, unter Anwendung neuer Methoden und effizienter Kontrollen. Neue Trainer müssen ihre Chance bekommen.

Aber wie sagte ein bekannter Fußballer: „Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt.“ Ich hoffe, dass Investoren und Politik mehr Mut beweisen und Offensive nicht mit Gefahr verwechseln. Vielleicht wird es ja doch noch ein Sommermärchen.

Ihr Michael Busack
Herausgeber

Ausgabe: Absolut|report 3|2010

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