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Ende September haben die beiden US-Stiftungen Harvard und Yale, die jahrelang erfolgreichsten institutionellen Investoren der Welt, ihre offiziellen Performance-Zahlen für das Geschäftsjahr 2008/2009 vorgelegt. Absolut Research zeigt nachfolgend ein Update der Analyse der Investmentperformance von Harvard und Yale, die bereits im Februar mit Bezug auf geschätzte Verluste erschienen ist. Die neue Analyse zeigt nun auch, wo die Verluste in welcher Höhe entstanden sind. Das detaillierte Update mit diversen Analysen kann von Abonnenten des Absolut|report im Anhand der News heruntergeladen werden.
Die realisierten Verluste von Harvard sind mit -27,3% etwas höher, die von Yale mit -24,6% etwas geringer ausgefallen als erwartet. Für beide Universitäten sind dies jedoch die höchsten Jahresverluste ihrer Investment-Geschichte. An den grundsätzlichen Aussagen unserer Analyse vom Februar ändert sich jedoch nichts: Ein Multi-Asset-Ansatz unter Einbezug alternativer und teilweise illiquider Assets bleibt einer traditionellen Allokation in Aktien und Anleihen, trotz der hohen Verluste im abgelaufenen Geschäftsjahr (Jul. 2008 - Jun 2009) überlegen.
Wertentwicklung im Zeitablauf (1993 - 2009)
Quelle: Indexanbieter, Jahresberichte. Analyse: Absolut Research GmbH
Langfristig zeigen die Universitäten weiterhin hervorragende Anlageergebnisse. Diese sind ca. doppelt so hoch, wie die Rendite traditioneller Aktien-Anleihen-Portfolien. Jedoch hat der erlittene Verlust die Performance um ca. 3 Prozentpunkte pro Jahr reduziert. Betrug die Rendite von Yale zwischen 1993 und 2008 rund 17% p.a. ist sie nun auf 13,9% p.a. gesunken.
Analysiert man, welche Asset-Klassen besonders zu den Verlusten beigetragen haben, zeigt sich, dass Absolute-Return-Strategien (Hedgefonds) hier einen deutlichen Beitrag zur Stabilisierung der Renditen leisten. Zwar haben auch sie zu Verlusten geführt, diese waren aber teilweise nur halb so hoch wie in anderen Asset-Klassen. Aufgrund der hohen Aktienverluste zu Beginn des Jahrtausends und der stabilisierenden Eigenschaften von Hedgefonds hat Harvard in der Vergangenheit zunehmend auf diese Assetsklasse gesetzt und plant dies auch für die Zukunft, wie die Gewichte des Benchmark-Portfolios zeigen. Während 1995 noch nicht in Absolute-Return-Strategien investiert wurde, hat man diesen Anteil kontinuierlich gesteigert. Für 2010 liegt die Zielallokation für Hedgefonds bei 16%. Die Aktienquote wurde im gleichen Zeitraum von ca. 60% auf 33% reduziert, besonders die US-Aktienquote wurde von 38% auf 11% gesenkt.
Gewichte des Benchmark-Portfolios
Quelle: Jahresbericht Harvard (2009)
Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein Multi-Asset-Ansatz trotz möglicher Verluste in Ausnahmejahren wie 2008, die richtige Strategie für einen langfristig orientierten Anleger sein kann. Da Harvard und Yale weiterhin die neu entstandenen Opportunitäten im Zuge der Krise für ihre Portfolios genutzt haben dürften, sowie nach wie vor über Zugänge zu den Top-Quartile-Managern verfügen, kann in Zukunft wieder mit einer Outperformance ihrer Anlageergebnisse gerechnet werden. Trotzdem werden die Ergebnisse auch zukünftig hohe Schwankungen zeigen.
