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Eine Anfang Juli erschienene Arbeit von der Universität Columbia und Ivy Asset Management untersucht ausführlich den Grad der Fremdfinanzierung (Leverage) von Hedgefonds zwischen Dezember 2004 und Oktober 2009. Dabei greifen die Autoren auf die Daten eines Dachhedgefonds zurück, der für den genannten Zeitraum Observationen von 63 bis 163 Einzelfonds vorweisen kann. Auf Grundlage dieser Daten analysieren sie den Leverage-Grad der Hedgefonds mittels Zeitreihen- und Querschnittsregression und stellen einen Vergleich mit der Fremdfinanzierung von Finanzintermediären vor.
Quelle: Ang, Gorovyy, van Inwegen (2010)
Der durchschnittliche Leverage beträgt demnach 2,1. Zwischen einzelnen Fonds existieren deutliche Unterschiede, die hauptsächlich auf die verschiedenen Strategien zurückzuführen sind. Interessanterweise ist Hedgefonds-Leverage antizyklisch zur Verschuldung des Finanzsektors, wofür verschiedene Erklärungen möglich wären. Die Korrelationen für die einzelnen Finanzsektoren und Leverage-Kennzahlen liegen alle unter -0,8. Die Höhe des Leverage wird hauptsächlich von Makro-Variablen erklärt. So steigt die Verschuldung mit sinkenden Zinsen und sinkenden Kreditrisiko-Spreads an. Die einzige signifikante fondsspezifische Variable ist die Volatilität. Mit steigender Volatilität der Fondsrenditen sinkt der Leverage.
Quelle: Ang, Gorovyy, van Inwegen (2010)
Die Autoren liefern mit ihrer Arbeit interessante neue Ansätze zur Fremdfinanzierung von Hedgefonds, dem Zusammenspiel mit anderen Marktteilnehmern und volkswirtschaftlichen Entwicklungen. Eine Übertragung der Ergebnisse ins Allgemeine ist allerdings nur bedingt sinnvoll, da die Datenbasis sehr klein ist und nicht erwähnt wird, inwieweit Selektionskriterien des Dachfonds bei der Datenerhebung zum Tragen kamen. Eine Ausweitung der Arbeit wäre daher sehr interessant.